Wenn das japanische Neujahr naht, taucht ein bestimmtes Tier überall auf. Auf Glückwunschkarten, an Tempelständen, auf kleinen Tonfiguren neben der Kasse. 2026 ist es das Pferd, das durch ganz Japan galoppiert. Hinter dieser Tradition steckt ein uraltes System aus zwölf Tieren, das den Alltag bis heute prägt.
Wer Japan schon kennt, ist diesen Figuren bestimmt begegnet, ohne sie genau einzuordnen. Die japanischen Tierkreiszeichen, auf Japanisch „Eto“ oder „Jūnishi“ (die zwölf Tiere) genannt, sind weit mehr als Dekoration. Sie verraten dir etwas über das Jahr, über Geburtsjahrgänge und über ein Stück gelebter Kultur, das du auf Reisen überall wiederfindest.
Das Wichtigste in Kürze
- Die japanischen Tierkreiszeichen („Eto“ / „Jūnishi“) bestehen aus zwölf Tieren, die in fester Reihenfolge jedes Jahr wechseln.
- 2026 gilt als das Jahr des Pferdes (Uma), das siebte Tier im Zyklus.
- Japan nutzt dieselben zwölf Tiere wie der chinesische Tierkreis, aber mit eigenen japanischen Lesungen.
- Früher sollen die Jahre an den Mondkalender gekoppelt gewesen sein, heute wird meist das gregorianische Jahr verwendet.
- Die zugeschriebenen Eigenschaften sind volkstümlich-astrologisch zu verstehen und keine festen Tatsachen.
Was die japanischen Tierkreiszeichen eigentlich sind
Das System der „Jūnishi“ umfasst zwölf Tiere, die einander in immer gleicher Reihenfolge ablösen. Jedes Jahr steht unter dem Zeichen eines dieser Tiere, dann beginnt der Zyklus von vorne. Nach zwölf Jahren ist man also wieder beim Anfang angekommen.
In Japan begegnet dir dieses Prinzip vor allem rund um das Neujahrsfest. Auf den sogenannten „Nengajō“, den traditionellen Neujahrskarten, prangt das Tier des kommenden Jahres. Auch die kleinen Holztäfelchen am Schrein, die „Ema“, auf die man Wünsche schreibt, tragen oft das aktuelle Tier.
Spannend ist die Herkunft. Japan soll die zwölf Tiere aus dem chinesischen Tierkreis übernommen haben, verwendet aber eigene japanische Lesungen für die Zeichen. So heißt die Ratte hier „Ne“, das Pferd „Uma“ und der Hund „Inu“. Die Reihenfolge der Tiere ist dabei dieselbe geblieben.

Die zwölf Tierkreiszeichen im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt dir alle zwölf Tiere in ihrer festen Reihenfolge, mit der japanischen Lesung, einigen Beispiel-Geburtsjahrgängen und den Eigenschaften, die ihnen volkstümlich nachgesagt werden. Die Charakterzüge sind dabei als überlieferte Zuschreibungen zu verstehen, nicht als belegbare Tatsachen.
| Zeichen / Tier | Beispiel-Jahre | Typische Eigenschaften (überliefert) |
|---|---|---|
| Ratte (Ne) | 1984, 1996, 2008, 2020 | soll als clever, anpassungsfähig und sparsam gelten |
| Ochse (Ushi) | 1985, 1997, 2009, 2021 | gilt als fleißig, geduldig und zuverlässig |
| Tiger (Tora) | 1986, 1998, 2010, 2022 | soll als mutig, energiegeladen und willensstark beschrieben werden |
| Hase (U) | 1987, 1999, 2011, 2023 | gilt als sanftmütig, freundlich und vorsichtig |
| Drache (Tatsu) | 1988, 2000, 2012, 2024 | soll als kraftvoll, charismatisch und ehrgeizig gelten |
| Schlange (Mi) | 1989, 2001, 2013, 2025 | gilt als klug, intuitiv und besonnen |
| Pferd (Uma) | 1990, 2002, 2014, 2026 | soll als freiheitsliebend, lebhaft und tatkräftig gelten |
| Schaf / Ziege (Hitsuji) | 1991, 2003, 2015, 2027 | gilt als sanft, kreativ und mitfühlend |
| Affe (Saru) | 1992, 2004, 2016, 2028 | soll als verspielt, schlau und neugierig beschrieben werden |
| Hahn (Tori) | 1993, 2005, 2017, 2029 | gilt als aufmerksam, ehrlich und fleißig |
| Hund (Inu) | 1994, 2006, 2018, 2030 | soll als treu, ehrlich und gerecht gelten |
| Wildschwein / Eber (I) | 1995, 2007, 2019, 2031 | gilt als ehrlich, mutig und großzügig |
Warum 2026 das Jahr des Pferdes ist
Das Pferd, auf Japanisch „Uma“, steht an siebter Stelle im Zyklus. 2026 rückt es ins Rampenlicht, weil der Zwölferzyklus genau in diesem Jahr wieder bei ihm angekommen ist. Wer 1990, 2002 oder 2014 geboren wurde, teilt also sein Zeichen mit diesem Jahrgang.
Dem Pferd werden traditionell Eigenschaften wie Tatkraft, Lebensfreude und ein starker Freiheitsdrang zugeschrieben. Solche Deutungen solltest du allerdings mit einem Augenzwinkern lesen, denn sie gehören in den Bereich der Volkstradition und Astrologie und sind nicht wissenschaftlich belegt.
Auf Reisen merkst du das Pferdejahr trotzdem überall. Tempel und Schreine verkaufen Glücksbringer mit Pferdemotiv, Geschäfte schmücken ihre Auslagen, und auf den Neujahrskarten galoppiert das Tier in allen erdenklichen Stilen. Ein schönes Detail, das du sammeln und mit nach Hause nehmen kannst.
Mondkalender, gregorianisches Jahr und ein paar Stolperfallen
Früher sollen die Tierjahre eng an den traditionellen Mondkalender gekoppelt gewesen sein. Das bedeutete, dass ein neues Tierjahr nicht am 1. Januar, sondern erst zum Mondneujahr begann. Heute wird in Japan dagegen meist das gregorianische Jahr verwendet, der Wechsel fällt also auf den Jahresanfang.
Daraus ergibt sich eine kleine Stolperfalle. Wer kurz vor oder nach dem Jahreswechsel geboren ist, sollte bei der Zuordnung genauer hinschauen, vor allem wenn ältere Quellen den Mondkalender zugrunde legen. Im modernen japanischen Alltag orientiert man sich aber in aller Regel am Kalenderjahr.
Neben den zwölf Tieren gibt es übrigens ein noch komplexeres System mit zehn „Himmelsstämmen“, das mit den Tieren zu einem Sechzig-Jahre-Zyklus kombiniert werden soll. Für den Reisealltag musst du das nicht kennen, aber es zeigt, wie tief diese Zeitrechnung in der Kultur verankert ist.
Wo du den Tierkreiszeichen auf Reisen begegnest
- An Schreinen und Tempeln. Die „Ema“-Holztäfelchen und viele Glücksbringer tragen das Tier des Jahres, oft kunstvoll gestaltet.
- Auf Neujahrskarten. Die „Nengajō“ gelten als wichtige Tradition und zeigen fast immer das kommende Tierzeichen.
- In Souvenirläden. Von Tonfiguren über Furoshiki-Tücher bis zu Keksdosen findest du das Jahrestier in unzähligen Varianten.
- Im Smalltalk. Die Frage nach deinem Tierzeichen kann ein netter Einstieg sein, ähnlich wie bei uns die Frage nach dem Sternzeichen.
Fazit
Die japanischen Tierkreiszeichen sind ein wunderbares Beispiel dafür, wie lebendig alte Traditionen in Japan bis heute sind. Zwölf Tiere, eine feste Reihenfolge und 2026 das Pferd im Mittelpunkt, das du auf deiner Reise an Schreinen, in Läden und auf Karten überall wiederfindest.
Sieh die zugeschriebenen Eigenschaften als charmantes Spiel und nicht als Wahrheit. Wenn du das nächste Mal in Japan eine „Ema“-Tafel mit einem galoppierenden Pferd entdeckst, weißt du jetzt, welche jahrtausendealte Geschichte dahintersteckt. Mehr Hintergrund zur japanischen Kultur findest du auch beim offiziellen Tourismusportal unter japan.travel.
Häufige Fragen zu den japanischen Tierkreiszeichen
Wie heißen die japanischen Tierkreiszeichen?
Das System wird „Eto“ oder „Jūnishi“ genannt und umfasst zwölf Tiere in fester Reihenfolge: Ratte, Ochse, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Schaf, Affe, Hahn, Hund und Wildschwein.
Welches Tier steht 2026 im Mittelpunkt?
2026 gilt als das Jahr des Pferdes (Uma), des siebten Tieres im Zyklus. Wer 1990, 2002 oder 2014 geboren wurde, teilt dieses Zeichen.
Sind die japanischen und chinesischen Tierkreiszeichen gleich?
Japan nutzt dieselben zwölf Tiere wie der chinesische Tierkreis, verwendet aber eigene japanische Lesungen wie „Uma“ für das Pferd. Eine kleine Abweichung gibt es beim letzten Tier, das in Japan oft als Wildschwein statt als Schwein gedeutet wird.
Wie finde ich mein japanisches Tierkreiszeichen?
Du kannst es anhand deines Geburtsjahres in der Tabelle oben ablesen. Bist du nahe am Jahreswechsel geboren, lohnt ein genauerer Blick, da ältere Zuordnungen teils den Mondkalender zugrunde legen sollen.
Was bedeuten die Eigenschaften der Tierzeichen?
Die zugeschriebenen Charakterzüge stammen aus Volkstradition und Astrologie und sind als überlieferte Deutungen zu verstehen, nicht als belegbare Tatsachen. Am besten nimmst du sie mit einem Augenzwinkern.
