Der Februar gilt vielen als der kälteste Monat Japans. Doch gerade jetzt passiert etwas Stilles und Schönes: An kahlen Zweigen öffnen sich die ersten rosa und weißen Blüten. Es ist die Ume, die japanische Pflaume, und sie ist der erste leise Vorbote des Frühlings.
Wenn du Japan abseits der großen Besuchermassen erleben willst, ist dieser Monat ein kleiner Geheimtipp. Kaum Touristen, klare Winterluft, frischer Schnee im Norden und in den Pflaumengärten ein erster Hauch von Farbe. Wir zeigen dir, was Japan im Februar besonders macht.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Februar ist meist der kälteste Monat des Jahres, im Süden mild, im Norden tief winterlich mit viel Schnee.
- Die Pflaumenblüte (Ume) beginnt und gilt als erster Frühlingsbote. Wichtig: Das ist nicht die Kirschblüte, die erst im März und April folgt.
- Das Sapporo Snow Festival auf Hokkaido lockt Anfang Februar mit riesigen Schneeskulpturen.
- Am 3. Februar feiert man Setsubun, bei dem geröstete Bohnen geworfen werden, um Dämonen zu vertreiben.
- Es ist Hochsaison fürs Skifahren und zugleich eine ruhige, oft günstigere Reisezeit mit wenig Andrang.
| Auf einen Blick | Japan im Februar |
|---|---|
| Temperatur (tagsüber) | meist der kälteste Monat, im Süden mild, im Norden tief winterlich |
| Wetter | kalt mit klarer Winterluft |
| Niederschlag | im Norden, vor allem auf Hokkaido, oft reichlich Schnee |
| Touristen-Andrang | wenig Andrang, oft eine günstigere Reisezeit |
| Highlight des Monats | Pflaumenblüte (Ume) und das Sapporo Snow Festival |
Pflaumenblüte: der erste Frühlingsbote
Während der Rest der Welt schon von der Kirschblüte träumt, gehört der Februar in Japan der Ume, der Pflaume. Ihre Blüten öffnen sich je nach Region etwa von Mitte Februar bis in den März hinein, im milden Süden früher als im kühlen Norden. Der süßliche Duft liegt dann über vielen Gärten und Schreinanlagen.
Ein guter Ort, um die Blüte zu erleben, sind die Tenmangu-Schreine. Sie sind dem Gelehrten Sugawara no Michizane gewidmet, der die Pflaume sehr geliebt haben soll, weshalb auf vielen dieser Schreingelände ganze Pflaumengärten wachsen. Bekannt sind unter anderem der Kitano Tenmangu in Kyoto und der Dazaifu Tenmangu nahe Fukuoka.
Anders als bei der Kirschblüte geht es bei der Ume ruhiger zu. Statt großer Picknick-Partys spazierst du gemächlich durch die Gärten und nimmst dir Zeit für die einzelnen Blüten. Genau diese Stille macht den Reiz aus.
Pflaumenblüte ist nicht Kirschblüte
Das ist der häufigste Irrtum bei einer Februarreise. Die rosa Blüten, die du jetzt siehst, sind Pflaumen, nicht Kirschen. Die berühmte Kirschblüte (Sakura) folgt erst später, in den meisten Regionen etwa ab Ende März bis in den April. Wer Sakura erleben will, sollte seine Reise also entsprechend planen.

Schnee und Festivals im Norden
Während im Süden die Pflaumen blühen, liegt der Norden tief im Winter. Auf Hokkaido und in den Bergregionen Honshus fällt im Februar oft reichlich Schnee, und genau das wird gefeiert.
Der Höhepunkt ist das Sapporo Snow Festival, das traditionell Anfang Februar stattfindet. In der Stadt entstehen dann gewaltige Schnee- und Eisskulpturen, manche so groß wie ein Gebäude, kunstvoll bis ins Detail. Abends werden viele davon beleuchtet, was der ohnehin verschneiten Stadt eine fast märchenhafte Stimmung verleiht.
Wer es ruhiger mag, findet im Norden viele kleinere Schneefeste in Dörfern und Kurorten. Ein heißes Bad in einem Onsen, dem japanischen Thermalbad, während draußen die Flocken fallen, gehört für viele zu den schönsten Wintererlebnissen überhaupt.
Setsubun: Bohnen gegen die Dämonen
Rund um den 3. Februar feiert man in ganz Japan Setsubun, das Fest zum Übergang in den Frühling nach dem alten Kalender. Im Mittelpunkt steht ein Brauch, der vor allem Kindern Spaß macht: das Bohnenwerfen, genannt Mamemaki.
Dabei wirft man geröstete Sojabohnen aus dem Haus oder auf eine als Dämon verkleidete Person und ruft „Oni wa soto, fuku wa uchi“, also sinngemäß „Dämonen raus, Glück herein“. Anschließend isst man so viele Bohnen, wie man Jahre alt ist, für ein gesundes neues Jahr.
An vielen Schreinen und Tempeln finden größere Setsubun-Zeremonien statt, bei denen oft auch Glücksbringer oder kleine Geschenke in die Menge geworfen werden. Wenn du in diesen Tagen unterwegs bist, lohnt sich ein Blick in den Veranstaltungskalender vor Ort.
Wetter und Temperaturen im Februar
Japan ist langgestreckt, und das merkst du im Februar besonders deutlich. Der Süden ist meist deutlich milder als der tief verschneite Norden, weshalb sich pauschale Werte schwer angeben lassen.
- Tokio und Mittel-Japan: Tagsüber liegen die Temperaturen oft im niedrigen einstelligen bis knapp zweistelligen Bereich, nachts kann es um den Gefrierpunkt werden. Schnee fällt eher selten, kommt aber vor.
- Hokkaido und der Norden: Hier herrscht tiefer Winter, häufig mit Minusgraden auch tagsüber und reichlich Schnee.
- Süden (etwa Kyushu, Okinawa): Spürbar milder, in Okinawa kann es schon angenehm frühlingshaft sein.
Die genauen Werte schwanken von Jahr zu Jahr. Pack also auf jeden Fall warme Kleidung im Zwiebellook ein, gerade wenn du verschiedene Regionen verbinden möchtest.
Praktische Tipps für deine Februarreise
- Nutz die ruhige Saison. Außerhalb der Festivaltage sind viele Orte angenehm leer, und Flüge sowie Unterkünfte können günstiger ausfallen als in der Hochsaison.
- Plan Schneeregionen separat. Wer Pflaumenblüte im Süden und Schnee im Norden verbinden will, sollte genug Reisezeit für die Strecken einplanen.
- Buche Skiorte früh. Der Februar ist Hochsaison fürs Skifahren, beliebte Resorts sind dann gut gefüllt.
- Denk an die richtige Kleidung. Warme Schichten, wasserfeste Schuhe und Handschuhe machen den Unterschied, besonders im Norden.
- Erwarte keine Kirschblüte. Wer Sakura sehen will, muss seine Reise eher in den späteren Frühling legen.
Fazit
Japan im Februar ist ein Land der Gegensätze. Im Süden öffnen sich die ersten Pflaumenblüten und versprechen leise den Frühling, während der Norden unter dichtem Schnee liegt und mit Festivals wie dem Sapporo Snow Festival glänzt. Dazwischen feiern die Menschen mit Setsubun den Übergang in die wärmere Jahreszeit.
Wenn du den Trubel der Hauptsaison scheust und das echte, ruhige Winterjapan erleben möchtest, ist dieser Monat eine wunderbare Wahl. Pack dich warm ein, gönn dir ein Bad im dampfenden Onsen und genieß die stillen Pflaumengärten. Japan im Februar zeigt dir eine Seite des Landes, die viele Reisende nie zu sehen bekommen.
Häufige Fragen zu Japan im Februar
Kann man im Februar in Japan schon Kirschblüten sehen?
In den meisten Regionen nein. Im Februar blüht die Pflaume (Ume), nicht die Kirsche. Die Kirschblüte (Sakura) beginnt in der Regel erst ab Ende März und zieht sich je nach Region bis in den April.
Wo kann man im Februar die Pflaumenblüte erleben?
Besonders schön ist sie auf den Geländen der Tenmangu-Schreine, etwa dem Kitano Tenmangu in Kyoto oder dem Dazaifu Tenmangu bei Fukuoka. Im milden Süden öffnen sich die Blüten meist früher als im kühleren Norden.
Lohnt sich eine Reise nach Hokkaido im Februar?
Für Winterfans auf jeden Fall. Anfang Februar findet in Sapporo das berühmte Snow Festival mit riesigen Schneeskulpturen statt, und es ist Hochsaison fürs Skifahren. Es kann allerdings sehr kalt und schneereich sein.
Was ist Setsubun?
Setsubun ist ein Fest rund um den 3. Februar, das den Übergang in den Frühling markiert. Beim Brauch des Bohnenwerfens vertreibt man symbolisch Dämonen und holt sich Glück ins Haus.
Wie kalt wird es in Japan im Februar?
Das hängt stark von der Region ab. In Tokio liegen die Tagestemperaturen oft im niedrigen einstelligen bis knapp zweistelligen Bereich, im Norden herrscht tiefer Winter mit Minusgraden und Schnee, während es im Süden deutlich milder ist. Warme Kleidung im Zwiebellook ist überall sinnvoll.
