Du kennst sie, auch wenn du noch nie in Japan warst. Drei kleine Affen, der eine hält sich die Augen zu, der zweite die Ohren, der dritte den Mund. Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Das Motiv hängt als Emoji in Chats, ziert Postkarten und Souvenirs auf der ganzen Welt.
Was die wenigsten wissen: Das berühmteste Original dieser Figuren steht in einer kleinen Bergstadt nördlich von Tokio. Dort, am Toshogu-Schrein in Nikko, schmückt eine alte Holzschnitzerei einen unscheinbaren Stall. Und hinter dem niedlichen Bild steckt ein cleveres Wortspiel und eine jahrhundertealte Lebensweisheit.
Das Wichtigste in Kürze
- Die drei Affen heißen auf Japanisch Mizaru (nichts sehen), Kikazaru (nichts hören) und Iwazaru (nichts sagen).
- Die berühmteste Darstellung ist eine Holzschnitzerei am Toshogu-Schrein in Nikko, der zum UNESCO-Welterbe zählt.
- Hinter dem Motiv steckt ein Wortspiel: Die Endung „-zaru“ klingt im Japanischen wie „saru“ (Affe) und zugleich wie eine Verneinung.
- Die Affen gelten als Sinnbild dafür, sich von Schlechtem fernzuhalten. Religiöse und philosophische Deutungen variieren.
- Nikko liegt rund zwei Stunden von Tokio entfernt und eignet sich gut als Tagesausflug, auch wegen Natur und Wasserfällen.
| Affe | Geste | Bedeutung |
|---|---|---|
| Mizaru | hält sich die Augen zu | nichts sehen |
| Kikazaru | bedeckt die Ohren | nichts hören |
| Iwazaru | legt die Hände auf den Mund | nichts sagen |
Mizaru, Kikazaru, Iwazaru: die drei Affen mit Namen
Jeder der drei Affen trägt einen eigenen Namen, und genau darin liegt der Witz des Ganzen. Mizaru hält sich die Augen zu und steht für „nichts sehen“. Kikazaru bedeckt die Ohren, also „nichts hören“. Und Iwazaru legt die Hände auf den Mund, für „nichts sagen“.
Die Endung „-zaru“ macht das Wortspiel möglich. Sie klingt einerseits wie „saru“, das japanische Wort für Affe. Andererseits ähnelt sie einer alten Verneinungsform. So verschmelzen in jedem Namen das Tier und die jeweilige Botschaft zu einer Einheit. Dieses sprachliche Doppelspiel funktioniert nur im Japanischen, weshalb die Affen dort eine besondere Tiefe haben.
Die Schnitzerei am Toshogu-Schrein in Nikko
Das wohl bekannteste Original findest du in Nikko, einer Stadt in den Bergen der Präfektur Tochigi. Der Toshogu-Schrein dort gehört zu den prächtigsten Sakralbauten Japans und ist Teil des UNESCO-Welterbes. Errichtet wurde die Anlage im 17. Jahrhundert zu Ehren von Tokugawa Ieyasu, dem Begründer der letzten großen Shogun-Dynastie.
Die drei Affen sitzen nicht etwa an einem prunkvollen Hauptgebäude, sondern schmücken den ehemaligen Pferdestall der Anlage. Die kleine Schnitzerei ist Teil einer Reihe von acht Tafeln, die zusammen einen Lebensweg darstellen sollen, von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Die Affen mit den zugehaltenen Sinnen zeigen dabei eine frühe Lebensphase.

Was bedeuten die drei Affen wirklich?
Die gängigste Deutung ist eine Lebensweisheit: Halte dich von allem Schlechten fern, indem du es weder anschaust noch anhörst noch aussprichst. In diesem Sinne sind die Affen ein Aufruf zu einem aufrichtigen, unbescholtenen Leben.
Über die genauen religiösen und philosophischen Wurzeln gibt es allerdings unterschiedliche Ansichten. Häufig wird ein Bezug zum Buddhismus genannt, der über China nach Japan kam. Manche Deutungen verweisen auch auf konfuzianische Lehren, in denen es darum geht, sich von Unsittlichem abzuwenden. Sicher ist vor allem eines: Das Motiv ist deutlich älter als die Schnitzerei in Nikko und hat sich über die Jahrhunderte gewandelt.
Interessant ist auch ein Wandel in der westlichen Lesart. Während die Affen in Japan eher positiv als Mahnung zu Anstand verstanden werden, deutet man sie im Westen gelegentlich anders, etwa als Sinnbild für Wegschauen oder Schweigen aus Feigheit. Welche Bedeutung du ihnen gibst, bleibt am Ende dir überlassen.
Nikko als Tagesausflug von Tokio
Wer die drei Affen im Original sehen will, plant am besten einen Ausflug nach Nikko ein. Die Stadt liegt nördlich von Tokio und ist mit der Bahn in etwa zwei Stunden erreichbar. Damit eignet sie sich gut für einen Tagestrip, auch wenn eine Übernachtung den Besuch deutlich entspannter macht.
Rund um den Toshogu-Schrein gibt es weit mehr zu entdecken als die berühmte Schnitzerei. Nikko ist vor allem für seine Natur bekannt.
- Toshogu-Schrein: Das prächtige Herzstück mit der Affen-Schnitzerei, kunstvollen Toren und vergoldeten Schnitzwerken.
- Kegon-Wasserfall: Einer der bekanntesten Wasserfälle Japans, der fast hundert Meter in die Tiefe stürzt.
- Chuzenji-See: Ein Bergsee in ruhiger Lage, der im Herbst von leuchtendem Laub umrahmt wird.
- Wanderwege und Natur: Die umliegenden Berge laden zu Spaziergängen ein, besonders zur Zeit der Herbstfärbung.
Praktische Tipps für deinen Besuch
- Komm früh. Der Toshogu-Schrein ist beliebt. Am frühen Vormittag erlebst du die Anlage deutlich ruhiger.
- Plan genug Zeit ein. Allein der Schrein-Komplex verlangt mehrere Stunden, wenn du ihn in Ruhe erkunden willst.
- Such gezielt nach den Affen. Die Schnitzerei ist kleiner, als viele erwarten, und leicht zu übersehen. Sie sitzt am ehemaligen Pferdestall.
- Denk an wetterfeste Kleidung. In den Bergen rund um Nikko kann es kühler und feuchter sein als in Tokio.
- Erwäge eine Übernachtung. Wer bleibt, kann Schrein und Natur entspannt auf zwei Tage verteilen. Weitere Anregungen findest du auch beim offiziellen Tourismusportal Japans.
Fazit
Die drei Affen sind weit mehr als ein niedliches Motiv. Hinter Mizaru, Kikazaru und Iwazaru steckt ein raffiniertes japanisches Wortspiel und eine Lebensweisheit, die seit Jahrhunderten Menschen anspricht. Ihr berühmtestes Zuhause ist die schlichte Schnitzerei am Toshogu-Schrein in Nikko, mitten in einer der schönsten Bergregionen Japans.
Mein Rat: Wenn du in der Nähe von Tokio bist, gönn dir den Ausflug nach Nikko. Du verbindest die Begegnung mit den drei Affen mit prächtiger Schrein-Architektur, Wasserfällen und ruhiger Natur. Und du verstehst auf einmal, warum dieses kleine Bild um die ganze Welt gereist ist. Mehr Infos zur Region findest du beim offiziellen Tourismusportal Japans.
Häufige Fragen zu den drei Affen
Wie heißen die drei Affen auf Japanisch?
Die drei Affen heißen Mizaru (nichts sehen), Kikazaru (nichts hören) und Iwazaru (nichts sagen). Die Namen spielen mit der Ähnlichkeit zwischen der Endung „-zaru“ und dem Wort „saru“ für Affe.
Wo stehen die berühmten drei Affen in Japan?
Die bekannteste Darstellung ist eine Holzschnitzerei am Toshogu-Schrein in Nikko, einer Stadt nördlich von Tokio. Der Schrein gehört zum UNESCO-Welterbe.
Was bedeuten die drei Affen?
Meist werden sie als Mahnung gedeutet, sich von Schlechtem fernzuhalten, indem man es weder ansieht noch anhört noch ausspricht. Die genauen religiösen und philosophischen Wurzeln werden allerdings unterschiedlich interpretiert.
Wie kommt man von Tokio nach Nikko?
Nikko ist mit der Bahn in rund zwei Stunden von Tokio aus erreichbar und eignet sich gut als Tagesausflug. Wer mehr Zeit hat, kann mit einer Übernachtung auch die Natur der Region erleben.
Sind die drei Affen religiös oder ein Sprichwort?
Beides spielt eine Rolle. Das Motiv wird oft mit buddhistischen und konfuzianischen Ideen in Verbindung gebracht, gilt heute aber vor allem als allgemeine Lebensweisheit. Die Deutungen variieren je nach Quelle und Kulturkreis.
